Alte Schubladen aufwerten: neue Griffe statt neuer Möbel
Möbelstücke mit Gebrauchsspuren landen schnell auf dem Sperrmüll, obwohl die Substanz oft noch solide ist. Eine Kommode aus Massivholz, ein Sideboard aus den Neunzigern oder eine Küchenschublade mit abgegriffenen Bügeln – der eigentliche Wert steckt im Korpus, nicht in den Beschlägen. Wer neue Möbel kauft, gibt Geld für Spanplatten aus, die nach wenigen Jahren wieder ausgetauscht werden. Der Austausch der Griffe kostet dagegen oft weniger als ein Abendessen und verändert den Charakter eines Möbelstücks grundlegend.
Bevor Sie losziehen, messen Sie die vorhandenen Griffe aus. Entscheidend ist nicht die Gesamtlänge, sondern der Abstand zwischen den beiden Schraublöchern. Dieser Wert variiert je nach Hersteller und Baujahr erheblich – gängige Maße reichen von 64 bis 320 Millimetern. Passt der neue Griff nicht zu den alten Bohrlöchern, müssen Sie neu bohren, und das hinterlässt sichtbare Spuren im Holz. Wie Sie den Lochabstand der Möbelgriffe messen, ohne dabei die Front zu beschädigen, ist deshalb der erste und wichtigste Schritt vor jedem Kauf.
Bei der Materialwahl entscheidet der Stil des Möbelstücks. Zu einer dunklen Eichenkommode passen mattschwarze Metallgriffe oder Messing in Antikoptik. Helle Kiefernmöbel vertragen Edelstahl oder lackiertes Aluminium. Wer es minimalistisch mag, greift zu eingelassenen Griffleisten, die kaum auftragen. Für Küchenschränke mit Landhausstil sind Bügelgriffe aus Gusseisen eine naheliegende Wahl. Achten Sie darauf, dass die Schrauben lang genug sind – bei Schubladen mit dicker Front reichen die mitgelieferten oft nicht aus.
Der Einbau dauert selten länger als zwanzig Minuten pro Möbelstück. Alte Schrauben entfernen, neue Griffe ansetzen, festschrauben. Bei empfindlichen Oberflächen legen Sie ein Tuch unter den Schraubendreher, um Kratzer zu vermeiden. Wer unsicher ist, ob der neue Griff zum Gesamtbild passt, kauft zunächst einen einzelnen und hält ihn an die Front. Diese Methode kostet ein paar Euro und verhindert Fehlkäufe. Am Ende steht ein Möbelstück, das aussieht, als wäre es neu – für einen Bruchteil des Preises.