Warum Blumenerde nach zwei Jahren verbraucht ist
Wer seine Pflanzen liebt, gießt sie regelmäßig, düngt sie ab und zu und stellt sie ans Fenster. Was viele dabei übersehen: Das Substrat im Topf altert. Nach etwa zwei Jahren ist die Erde meist nicht mehr das, was sie einmal war. Sie ist verdichtet, die Struktur ist zusammengefallen, und die Wurzeln finden kaum noch Luft. Ein Blick auf die Oberfläche verrät oft schon, dass es Zeit wird, sich mit dem Zimmerpflanzen umtopfen: Zeitpunkt und Substrat genauer zu beschäftigen, denn nur frisches Substrat liefert wieder genug Sauerstoff und Nährstoffe.
Der Grund für den Verschleiß liegt in der Physik und Biologie des Topfes. Gießwasser verdunstet, Salze aus dem Dünger bleiben zurück und reichern sich an. Torf und Kompost zersetzen sich mit der Zeit, die feinen Poren verstopfen, und aus einer lockeren Mischung wird eine schwere, nasse Masse. Staunässe und Wurzelfäule sind die Folge. Gleichzeitig sind die Nährstoffe ausgedüngt, sodass die Pflanze trotz regelmäßiger Gaben hungert. Man erkennt das an blassen Blättern, kümmerlichem Wuchs und einem harten, wasserabweisenden Ballen, der das Gießwasser einfach ablaufen lässt.
Der richtige Zeitpunkt zum Umtopfen ist nicht der Kalender, sondern die Pflanze selbst. Wenn Wurzeln aus den Abzugslöchern wachsen, der Topf nur noch von einem dichten Wurzelfilz gehalten wird oder das Wasser sofort durchläuft, ist es höchste Zeit. Auch ein sichtbarer Wurzelring an der Oberfläche ist ein klares Signal. Ideal ist das Frühjahr, wenn die Vegetationsperiode beginnt und die Pflanze schnell neue Wurzeln bildet. Wer im Herbst oder Winter umtopft, riskiert, dass die Pflanze in der dunklen Jahreszeit nicht mehr anwächst und die frische, feuchte Erde fault.
Beim Umtopfen selbst gilt: Nur ein bis zwei Topfgrößen größer wählen, alte Erde vorsichtig aus dem Wurzelballen lösen und abgestorbene Wurzeln abschneiden. Als Substrat eignet sich eine lockere Mischung mit Rinde, Perlite oder Blähton, die Wasser speichert und gleichzeitig Luft an die Wurzeln lässt. Nach dem Umtopfen nicht sofort düngen, sondern einige Wochen warten. Wer diese Regeln beachtet, schenkt seiner Pflanze alle zwei Jahre ein neues Wurzelzuhause und erspart sich viele Probleme, die sonst still im Topf entstehen.