Badrenovierung: Elektroarbeiten vor dem Fliesen planen
Bevor Fliesen an die Wand kommen, muss die Elektrik im Bad vollständig durchdacht sein. Wer zuerst fliest und dann merkt, dass eine Steckdose für den Föhn fehlt oder das Licht am Spiegel keinen Stromanschluss hat, muss die Wand wieder öffnen. Das verursacht unnötige Kosten, Staub und Verzögerungen. Deshalb gehört die Elektroplanung zwingend in die Rohbauphase, solange Wände und Decken noch offen sind.
Zunächst steht die Frage, welche Verbraucher später versorgt werden müssen. Neben der Grundbeleuchtung sind das oft Spiegelleuchten, ein Handtuchheizkörper mit Elektroanschluss, eine Waschmaschine, ein Trockner oder eine Fußbodenheizung. Auch ein Spiegelschrank nachrüsten Schritt für Schritt will vorbereitet sein, denn viele Modelle mit integrierter Beleuchtung oder Steckdose benötigen einen eigenen Stromkreis. Wer diese Punkte früh festlegt, kann Leitungen und Anschlussdosen exakt positionieren, ohne später Kompromisse einzugehen.
Für Feuchträume gelten besondere Vorschriften. Leitungen müssen in dafür zugelassenen Bereichen verlegt werden, und der Schutz durch FI-Schalter ist Pflicht. Die Anschlüsse für Leuchten und Steckdosen sollten so sitzen, dass sie nach dem Fliesen nicht von Armaturen oder Möbeln verdeckt werden. Besonders wichtig ist die Höhe: Spiegelleuchten brauchen oft einen Anschluss auf Augenhöhe, während Steckdosen neben dem Waschbecken in einem sicheren Abstand liegen müssen. Auch die Zuleitung für einen elektrischen Handtuchheizkörper wird häufig vergessen und lässt sich nachträglich nur schwer realisieren.
Wer die Elektroarbeiten vor dem Fliesen sauber plant, spart später viel Ärger. Alle Leitungen werden in Leerrohren verlegt, damit sie bei Bedarf ausgetauscht werden können. Anschlussdosen bleiben zugänglich, und die Positionen werden auf einem Plan festgehalten. So ist das Bad technisch auf dem aktuellen Stand und bietet genug Reserven für künftige Geräte. Wer diese Reihenfolge einhält, muss nach dem Fliesen nicht mehr in die Wand eingreifen.