Nachhaltige Dämmstoffe für die Innenwand im Vergleich
Bei der Innendämmung entscheidet nicht nur der U-Wert über den Erfolg, sondern auch das Material. Kork, Hanf und recycelte Stoffe unterscheiden sich deutlich in ihren ökologischen Kennzahlen, im Brandverhalten und in der Verarbeitung. Wer eine Altbauwand von innen dämmt, sollte vor allem auf die Feuchtigkeitsregulation achten, denn eine falsch gewählte Dämmung kann Tauwasser in die Wand treiben und Schimmel begünstigen. Korkplatten erreichen eine Wärmeleitfähigkeit von etwa 0,040 bis 0,045 W/(m·K) und sind von Natur aus feuchtigkeitsbeständig sowie schwer entflammbar. Hanfmatten liegen mit 0,038 bis 0,042 W/(m·K) auf ähnlichem Niveau, sind aber kapillaraktiv und können Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Recycelte Materialien wie Zelluloseflocken aus Altpapier oder PET-Fasern aus Flaschen schneiden mit 0,039 bis 0,045 W/(m·K) ebenfalls gut ab, punkten jedoch bei der CO2-Bilanz, weil sie Abfallströme nutzen statt Primärrohstoffe.
Für die Innenwand zählt neben dem Dämmwert vor allem die Diffusionsoffenheit. Kork ist von Haus aus wasserabweisend, weshalb er sich auch in feuchten Kellerräumen bewährt, allerdings nur, wenn die Wand nicht von außen durchnässt wird. Hanf nimmt Feuchtigkeit auf, gibt sie aber auch wieder ab, was das Raumklima stabilisiert. Wer sich für recycelte Dämmstoffe interessiert, findet bei agademboxer.de praktische Hinweise zu Akustikplatten aus Kaffeetrester, die gleichzeitig Schall dämpfen und Gerüche binden. Solche Lösungen eignen sich besonders für Innenwände, an denen sowohl Wärme- als auch Schallschutz gefragt sind. Ein weiterer Aspekt ist die Brandklasse: Kork erreicht meist B2, Hanf und Zellulose sind je nach Imprägnierung ebenfalls B2 oder B1, was in Wohngebäuden ausreicht, in Treppenhäusern aber geprüft werden muss.
Die Verarbeitung unterscheidet sich deutlich. Kork kommt als starre Platte, die sich mit Kleber oder Dübeln an die Wand bringen lässt. Hanf ist als Rolle oder Platte erhältlich und lässt sich mit einer Unterkonstruktion aus Holzlatten fixieren. Recycelte Zellulose wird entweder trocken eingeblasen oder nass verarbeitet, was eine Fachfirma erfordert. Ein häufiger Fehler bei der Innendämmung ist eine Dampfsperre auf der falschen Seite. Wer eine diffusionsoffene Dämmung wie Hanf oder Zellulose wählt, sollte auf eine feuchtevariable Dampfbremse setzen, die im Winter den Wasserdampf zurückhält und im Sommer nach außen abgibt. Kork ist weniger heikel, weil er kaum Wasser aufnimmt, dafür aber auch kaum Feuchtigkeit puffert.
Preislich liegen Kork und Hanf bei 25 bis 45 Euro pro Quadratmeter inklusive Unterkonstruktion, recycelte Materialien oft bei 15 bis 30 Euro. Die Ökobilanz fällt bei allen drei Kategorien besser aus als bei Polystyrol, wobei recycelte Dämmstoffe die geringsten grauen Emissionen verursachen. Wer Wert auf regionale Wertschöpfung legt, sollte auf Hanf aus europäischem Anbau achten. Kork stammt meist aus Portugal oder Spanien, recycelte Zellulose aus regionaler Papiersammlung. Entscheidend bleibt die fachgerechte Ausführung, denn selbst der beste Dämmstoff versagt, wenn die Anschlüsse an Fenster und Decken nicht luftdicht ausgeführt werden.